PV-Anlage nach 20 Jahren: Laudeleys zwei Wege nach dem EEG-Ende

Martin Jendrischik
Elektriker Leo Tietz packt einen Batteriespeicher zum Nachrüsten einer PV-Anlage aus
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In Berlin wird gerade über die Zukunft der Solarförderung verhandelt: Ende September hat der Bundestag die EEG-Novelle in erster Lesung beraten, verabschiedet werden soll sie noch im Oktober. Für neue Dachanlagen soll die feste Einspeisevergütung ab 2027 wegfallen. Gleichzeitig stehen Hunderttausende Betreiber älterer PV-Anlagen schon heute ohne sie da: Nach 20 Jahren endet die garantierte EEG-Vergütung. Holger Laudeley erklärt im Gespräch mit Elektriker Leo Tietz auf dessen YouTube-Kanal „Tips, Tricks & More“, wie sich diese Anlagen trotzdem weiter rechnen.

Volleinspeisung lohnt sich nicht mehr

Die Pioniere der Energiewende haben Anfang der 2000er-Jahre teils mehr als 50 Cent pro Kilowattstunde für ihren Solarstrom bekommen. Nach dem Förderende erhalten sie nur noch den Marktwert an der Strombörse, abzüglich einer Vermarktungspauschale des Netzbetreibers. Das sind wenige Cent. Die Kosten für Zähler, Wartung und einen eventuell fälligen Wechselrichtertausch bleiben dagegen. Für klassische Volleinspeiser geht die Rechnung damit kaum noch auf.

Laudeley bringt den Kurswechsel auf den Punkt: „Früher hat man das Geld mit der Einspeisung verdient, heute ist es der Eigenverbrauch.“ Jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt Netzstrom für über 30 Cent, jede eingespeiste bringt nur noch einen Bruchteil davon.

Weg 1: Auf Eigenverbrauch umstellen und Speicher nachrüsten

Der erste Schritt ist die Umstellung von Volleinspeisung auf Überschusseinspeisung. Dafür muss ein Elektrofachbetrieb die Anlage neu verschalten und den Zähler tauschen. Laudeley rechnet dafür mit rund 2.000 bis 4.000 Euro. Damit der Solarstrom auch abends und nachts genutzt werden kann, lässt sich ein AC-gekoppelter Speicher ergänzen. Der Vorteil: Die bestehende Anlage samt Wechselrichter bleibt unangetastet, der Speicher wird auf der Wechselstromseite angeschlossen.

Die Preise für Batteriespeicher sind in den vergangenen Jahren deutlich gefallen. „In diesen zwei, drei Jahren ist aber so immens viel passiert“, sagt Laudeley. Wer zusätzlich eine Wärmepumpe oder ein E-Auto betreibt, kann noch mehr Solarstrom selbst verbrauchen. Für kleine Altanlagen gibt es eine besonders günstige Variante: den Balkonspeicher, den Laudeley bereits früher als Einstiegslösung empfohlen hat.

Weg 2: Modernisieren mit Hybridwechselrichter

Die zweite Strategie geht weiter: Ein Hybridwechselrichter ersetzt das alte Gerät und bindet einen Speicher direkt an. Auf Wunsch lässt sich die Anlage als Nulleinspeiser betreiben, der gar keinen Strom mehr ins Netz abgibt. Ein Hybridsystem kann außerdem eine Notstromfunktion bieten. Und wer ohnehin modernisiert, kann alte Module durch leistungsstärkere ersetzen oder zusätzliche Module ergänzen. So wird aus der Altanlage ein zeitgemäßes Hauskraftwerk.

Eigenverbrauch wird zum Standard

Die Debatte um die EEG-Novelle zeigt, wohin die Reise geht: Weg von der festen Einspeisevergütung, hin zu Eigenverbrauch und Marktintegration. Was für neue Anlagen gerade politisch verhandelt wird, ist für die Ü20-Anlagen längst Realität. Wer seine alte PV-Anlage auf Eigenverbrauch trimmt, macht sie damit fit für die nächsten Jahre.

Das vollständige Gespräch von Holger Laudeley und Leo Tietz gibt es hier:

Laudeley Betriebstechnik berät Betreiber älterer PV-Anlagen zur Umrüstung auf Eigenverbrauch und zur Nachrüstung von Speichern: 04292 / 810 340 oder catharina@laudeley.de.

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