Tausende Photovoltaikanlagen fallen nach 20 Jahren aus der EEG-Einspeisevergütung – und ihre Betreiber stehen vor der Frage: Was nun? Holger Laudeley erklärt bei „Leben mit der Energiewende TV“, warum ein Balkonspeicher die smarteste Nachrüstung ist – und warum ein großes Hauskraftwerk bei Altanlagen oft keinen Sinn ergibt.
Das Ausgangsproblem
Eine typische Altanlage hat rund 5 kWp Leistung – 30 Module à 180 Watt, wie sie vor 15 bis 20 Jahren millionenfach verbaut wurden. Die erzeugen etwa 5.000 Kilowattstunden im Jahr. Ohne Speicher lassen sich davon nur 1.500 bis 2.000 Kilowattstunden selbst nutzen. Der Rest fließt ins Netz – für minimale Vergütung zu Börsenstrompreisen, von der sich der Netzbetreiber auch noch eine Bearbeitungspauschale abzieht.
Balkonspeicher als Einstiegslösung
Laudeleys Empfehlung ist klar: Ein AC-gekoppelter Balkonspeicher, der einfach neben den bestehenden Wechselrichter gestellt und über die Steckdose angeschlossen wird. Die Steuerung übernimmt ein Shelly-Leistungsmesser in der Verteilung – Einbau durch den Elektriker in ein bis zwei Stunden. Alternativ reicht bei modernen Zählern mit Infrarotschnittstelle ein Sensorkopf auf dem Zähler – ganz ohne Elektrikereinsatz.
Was es kostet – und was es bringt
Der Einstieg beginnt bei rund 800 bis 1.000 Euro für einen Kopfspeicher. Mit Erweiterungsspeicher und Installation liegt man bei etwa 1.500 Euro. Dafür steigt der Eigenverbrauch auf 50 bis 70 Prozent des selbst erzeugten Stroms. Laudeleys Rechnung: 2.000 bis 3.000 Kilowattstunden mehr Eigenverbrauch bedeuten eine Ersparnis von rund 700 Euro pro Jahr. Nach gut zwei bis drei Jahren hat sich der Speicher bezahlt gemacht.
Warum ein großes Hauskraftwerk oft die falsche Wahl ist
Von der Nachrüstung mit einem großen Heimspeichersystem rät Laudeley bei kleinen Altanlagen ab. Die Hürden sind erheblich: Der alte Wechselrichter muss raus, die Stringspannung geprüft, auf dem Dach eventuell umverdrahtet werden. Hinzu kommen Anmeldepflichten beim Netzbetreiber, technische Anschlussbedingungen und ein neuer Verteilerschrank.
Die meisten Elektriker lehnen solche Umbauten ab und empfehlen stattdessen einen kompletten Neuaufbau – was bei einer 5-kWp-Altanlage wirtschaftlich kaum darstellbar ist.
Laudeleys Fazit
„Altanlagen im Bereich 5 bis 6 kWp einfach mit Balkonspeichern nachrüsten – das ist der einfachste Weg“, sagt Laudeley. Kein aufwendiger Umbau, keine Meldepflicht-Probleme, schnelle Amortisation. Wer die konkrete Planung Schritt für Schritt durchgehen will, findet im Mitgliederbereich des YouTube-Kanals eine vertiefende Bonussendung.
Das vollständige Video-Interview von Holger Laudeley bei „Leben mit der Energiewende TV“ gibt es hier: