Die deutsche Wirtschaft steht unter Druck, die Inflation frisst Kaufkraft und der Staat gibt immer mehr für Verwaltung aus statt für Infrastruktur. Holger Laudeley erklärt bei „Leben mit der Energiewende TV“, warum Bürgerinnen und Bürger ihre Energieversorgung jetzt selbst in die Hand nehmen müssen – und warum das auch ohne Eigenkapital funktioniert.
Die Ausgangslage: Energiekosten als unterschätzter Hebel
Ein durchschnittlicher Haushalt in Deutschland gibt zwischen 2.500 und 4.500 Euro pro Jahr für Energie aus – für Strom, Wärme und Mobilität zusammen. Das entspricht ein bis zwei Monatsgehältern. Anders als bei Miete oder Lebensmitteln lassen sich diese Kosten aber strukturell senken: durch selbst erzeugte Energie vom eigenen Dach.
Eine moderne Photovoltaikanlage auf einem normalen Einfamilienhaus erzeugt zwischen 5.000 und 10.000 Kilowattstunden pro Jahr. Damit lässt sich der komplette Haushaltsstrom abdecken und ein großer Teil des Wärmepumpenstroms. Wer zusätzlich ein Elektrofahrzeug laden will, braucht eine größere Anlage mit 10.000 bis 15.000 Kilowattstunden Jahresertrag. Insgesamt sind heute rund 70 Prozent des gesamten Energieverbrauchs eines Haushalts durch Eigenenergie abdeckbar.
Die selbst erzeugte Kilowattstunde kostet je nach Anlagengröße und Speicher zwischen 8 und 15 Cent – inklusive Speicher. Aus dem Netz bezogen liegt der Preis bei 30 bis 40 Cent. Diese Differenz ist der Hebel, der die gesamte Anlage refinanziert.
Laudeleys Rat: Finanzieren statt sparen
Laudeleys zentrale Botschaft: Niemand muss erst Geld ansparen, um in Eigenenergie einzusteigen. Wer eine Anlage finanziert, zahlt die Raten aus genau dem Geld, das sonst an den Energieversorger gehen würde. Ob die Finanzierung 10, 15 oder 25 Jahre läuft, spielt dabei keine Rolle. Denn das Geld für Bezugsenergie ist immer weg – die eigene Anlage hingegen läuft 20 bis 40 Jahre und gehört danach dem Betreiber.
Laudeley warnt davor, auf Politik oder Staat zu warten. Die Lohnsteigerungen im öffentlichen Dienst von zuletzt 5,9 Prozent kosten den Staat rund 25 Milliarden Euro zusätzlich – Geld, das über höhere Abgaben oder Leistungskürzungen wieder bei den Bürgern landet. Gleichzeitig plant Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche Maßnahmen, die die Eigenenergieversorgung erschweren könnten. Wer seine Energiekosten dauerhaft kontrollieren will, muss selbst aktiv werden.
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